Zu groß für das Große Moor

Dem Torfwerk E. LIEDTKE gehörte der größte Elektrotorfbagger Europas. Er wurde der „Gigant im Moor“ genannt (Abb. 3-5). Die Herstellerfirma Hesepe gab dieser Maschine den Namen Mammut. Sie war von 1946 bis 1960 hier entlang des Stüder Heudammes eingesetzt.

Die in Abbildung 2 gezeigte Trafostation  erinnert an diese Zeit. Der Torfbagger durfte, in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, nur nachts in Betrieb genommen werden. Er benötigte so viel Energie, dass ansonsten die gesamte übrige Energieversorgung zusammengebrochen wäre.

Für das Große Moor bei Gifhorn war „der Gigant“ letztendlich zu groß und erwies sich als Fehlinvestition. Anders als in den Mooren im Emsland ist unser Moor in den letzten 7.500 bis 6.000 Jahren durch Trockenphasen geprägt, in denen Bäume im Moor wuchsen. Die Wurzeln (Abb. 6) konnten kaum verrotten. Zu häufig musste die Förderung des Torfs unterbrochen werden, um Wurzeln (Stucken) zu entfernen.

 

Im Torfwerk E. LIEDTKE waren bis zu 200 Mitarbeiter beschäftigt (Abb. 7). Herrn Wilhelm Dietz, dem letzten Eigentümer der 2005 aufgegebenen Firma, verdankt der Förderverein Großes Moor u.a. die kleine Lok (Abb. 8), die heute am Eingang zu unserem Moormuseum steht. Nach der aktiven Zeit im Moor stand die Lok vor der Findorffschule. Der damalige Rektor der Schule, Herr Ulrich Stenzel, hatte sie zusammen mit Herrn Heinrich Wulfes aus dem Moor geborgen. Die Lok wurde vom Förderverein Großes Moor restauriert. Insgesamt sechs dieser Loks waren im Torfwerk E. LIEDTKE in Betrieb.
Station 21 am Rundweg Großes Moor